"Stehen wir also endlich einmal auf"(RB Vorw8) so ruft der Heilige Benedikt in seiner Regel den Menschen zu, die "das Leben lieben und gute Tage zu sehen wünschen" (RB Vorw15, Ps 34,13). Wir alle, so bin ich überzeugt, sind Menschen, die das Leben lieben und gute Tage zu sehen wünschen – deshalb gilt uns dieser Ruf "Stehen wir also endlich einmal auf!" Und jede und jeder von uns ist diesem Ruf ja gefolgt, ist zuhause aufgestanden und auf unterschiedlichen Wegen hierher geeilt. So begrüße ich Euch und Sie ganz herzlich im Namen vom TEAM BENEDIKT auf dem Schwanberg, einem Ort benediktinischer, evangelischer Spiritualität. Wir alle haben uns also bewegen lassen und dass sich bewegen auf Segen reimt ist durchaus kein Zufall, sondern eine sinnvolle Fügung. Wir vom TEAM BENEDIKT bewegen uns bei unserer Arbeit auf drei segensreichen Ebenen: - Wir bringen den Körper ins Spiel und bewegen uns körperlich – und das tut Leib und Seele gut: Gehmeditation, Dialogspaziergänge, Yoga, QiGong, Aufstellungen, Gymnastik (An dieser Stelle sollten Sie beim Lesen des Textes das gleiche tun wie wir im Schlosshof: sich recken, strecken, räkeln! Sie werden merken – das tut Ihnen gut)
- Wir bewegen uns im Kopf, getreu dem Motto: Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann. Neues Denken, andere Sichtweisen
Bsp.: Statt die Welt als ein Ort von Fressen und gefressen werden zu sehen, sehen wir die Welt als einen Ort von Kooperation und Koexistenz. Wir übersetzen den Evolutionsspruch "survival of the fittest" nicht mit "Überleben des Stärkeren" sondern mit "Überleben desjenigen, der an seine Lebensumgebung am besten angepasst ist, also in Übereinstimmung, Harmonie mit ihr lebt." - Und wir lassen unser Herz bewegen und sind damit ganz evangelisch, denn wie es schon im Weihnachtsevangelium heißt: "Maria bewegte alle diese Worte in ihrem Herzen" (Lk 1,19). Wir beziehen die Emotionen – wörtlich übersetzt die Beweggründe in unsere Arbeit ein. Denn schon die alten Römer wussten was die Psychologen vor 100 Jahren entdeckten: die Kräfte, die uns bewegen, sind die Emotionen – mit dem Verstand begründen wir dann die emotional getroffenen Entscheidungen.
Damit sind wir auch auf den Spuren des Wanderpredigers Jesus von Nazareth, der zur Nachfolge und nicht zum Nachsitzen aufrief. Benedikt ging es beim seinem Ruf zum Aufstehen um eine innere, geistig-seelische Bewegung, die durch körperliche Bewegung gefördert wird und sich in ihr ausdrückt. Diese verband er mit der stabilitas loci, der Beständigkeit, des hartnäckigen und ausdauernden Übens an einem Ort. Auch das findet sich in unserer Arbeit wieder, wenn wir Sie bei unseren Kursen dreimal täglich zum Sitzen in der Stille und zum Schweigen beim Essen einladen. Heute Abend laden wir Sie herzlich ein, sich mit uns in Bewegung zu setzen, - diesen Ort mit seiner geistlichen Gemeinschaft,
- uns, das TEAM BENEDIKT,
- sich untereinander
- und nicht zuletzt sich selbst
dabei besser kennen zu lernen. Wir haben einen Weg mit verschiedenen Stationen vorbereitet. An 4 Stationen bekommen Sie jeweils einen Impuls von 10 Minuten um dann weiter zur nächsten Station zu gehen. Dabei starten wir hier vom alten Schloss – Ziel des Weges ist die moderne Kirche. Alt und Neu – alte Werte in der christlich-benediktinischen Tradition mit dem Leben und Arbeiten heute in Verbindung bringen – eine herausfordernde, lebendige Bewegung! Auch für die Wege, auf denen Sie von einer Ortskundigen begleitet werden, gibt es Anregungen zur Stille oder zum Gespräch. Ziel des Weges ist die moderne Kirche, wo es einen gemeinsamen Abschluss mit Nahrung für Leib und Seele gibt. Wir wünschen Euch und Ihnen, dass Sie auf diesem Weg heute Abend Entdeckungen machen und Begegnungen haben, die Sie noch lange über diesen Abend hinaus bewegen! Stephan Röder
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